ResoLab 2026 in Augustusburg: vier Traditionen. vier Residenzen. vier mal ‘Tradition neu bauen’ – gemeinsam!
​Im Lehngericht Augustusburg startet 2026 das Jahresprojekt ResoLab: ein künstlerisch-soziokulturelles Residenzformat, das Kunst, Handwerk und Technologie mit lokalem Wissen und gelebten Traditionen zusammenbringt. In insgesamt vier Residenzen arbeiten eingeladene Künstler*innen und Maker*innen jeweils mehrere Wochen mit einer generationsübergreifenden Projektgruppe aus Augustusburg zusammen. Im Mittelpunkt stehen Co-Creation, Vermittlung, Peer-Learning und die Frage, wie sich vertraute Bräuche und Festkulturen sozial, nachhaltig und gemeinschaftsstiftend weiterdenken lassen.
„Uns war wichtig, dass nicht nur ‘für’ Augustusburg produziert wird, sondern ‘mit’ Augustusburg. Die Juryentscheidung zeigt: Menschen vor Ort wollen die Inhalte aktiv mitbestimmen – und genau darauf ist ResoLab angelegt“, sagt Nadine Knödler, Leitung beim auf weiter flur e.V.
Mitmachen ausdrücklich erwünscht
ResoLab richtet sich nicht nur an Kunstpublikum, sondern vor allem an Menschen aus Augustusburg, die Lust haben, aktiv mitzuwirken: in Workshops, beim Entwickeln von Ideen, beim Bauen, Proben, Produzieren und Präsentieren. Die Projektleitung begleitet die Organisation, Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit sowie die Koordination vor Ort.
Das Projekt ResoLab wird gefördert vom Kulturraum Erzgebirge-Mittelsachsen, der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen sowie der Stadt Augustusburg. Die Maßnahme wird mitfinanziert durch Steuermittel auf der Grundlage des vom Sächsischen Landtag beschlossenen Haushalts.
Wout Zweers
Der Künstler, Ingenieur und Designer Wout Zweers entwickelt gemeinsam mit Kindern und Erwachsenen ein modulares Bauwerk: eine robuste Eier-/Murmelbahn, die sich über mehrere Workshops hinweg testen, verändern und verbessern lässt. Entlang der Strecke entstehen „Stationen“ – kleine Objekte, Häuser oder Skulpturen –, die das gemeinsame Bauprojekt zu einer spielbaren Installation machen. Gearbeitet wird u. a. mit Holz, Rinnen, Rohren (auch aus wiederverwendeten Materialien), Textilien und Metall – inspiriert von handwerklichen Techniken und der erzgebirgischen Spielzeugmacher-Traditionen.
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Laure Boer
Die in Berlin lebende Musikerin und Klangkünstlerin Laure Boer bringt ein klangbasiertes Format nach Augustusburg: Unter dem Titel „Hörgewohnheit – Gewohnheit hören“ erkundet die Gruppe den Alltag und die Augustusburger Klänge als gemeinsame Partitur. Dazu gehören Field Recordings, das Bauen und Spielen selbstgebauter elektronischer Instrumente (z. B. Kontaktmikrofone, lichtempfindliche oder elektromagnetische Mikrofone), gemeinsames Auswählen, Mixen und Komponieren. Das Ergebnis wird in einer selbstgebauten Audio-Station präsentiert. Laure Boer hat bereits 2024 und 2025 Klangworkshops in Augustusburg durchgeführt – nun wird diese Erfahrung in ResoLab 2026 weitergeführt.
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Yvon Masyn („Masynmachien“)
Der Ingenieur und Workshopmacher Yvon Masyn macht Technik als gemeinsames Tun erfahrbar: In der Residenz entstehen funktionsfähige Miniatur-Drahtseilbahnen – von einfachen Modellen, die die Grundmechanik zeigen, bis zu beweglichen Miniaturen oder Dioramen. Je nach Interesse können Bremsmechanismen oder einfache elektronische Steuerungen hinzukommen. Masyn vermittelt dabei praktische Skills wie Laserschneiden, 3D-Druck, Löten, Motoren, Getriebe und grundlegende Elektronik. Zusätzlich ist ein kurzer Festival-Bausatz geplant, mit dem Besucher*innen während des Festes in Mini-Workshops eine einfache Drahtseilbahn bauen können.
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Akiko Takahashi
Die Künstlerin Akiko Takahashi (Leipzig, Hintergrund Informatik; arbeitet auch mit Textilien, Pflanzen und Lebensmitteln) verbindet Handwerk und zeitgenössische Kulturtechnik: Für den Männelmarkt realisiert sie ein „Holz Gatcha-Gatcha“ – einen hölzernen Kapselspielzeugautomaten, der gemeinsam mit der Projektgruppe gebaut wird. Statt fertiger Produkte enthalten die Kapseln DIY-orientierte, handwerkliche Mini-Objekte, etwa kleine Figuren oder Miniaturen (z. B. Nussknacker-Ideen), die Besucher*innen vor Ort durch Bemalen, Zusammenbauen oder individuelle Ergänzungen weitergestalten können. Die Inhalte werden kollaborativ entwickelt und produziert; Hauptmaterial ist Holz (ergänzt durch Natur- und ggf. recycelte Materialien). Der Automat wird in Augustusburg ausgestellt und lädt zum Interagieren und Mitmachen ein.
